Geschichten rund um den Nippelspanner

Der neue Nippelspanner am Jabba.

Der neue Nippelspanner am Jabba.

Vor einiger Zeit, die Älteren werden sich eventuell erinnern, habe ich hier mal mein Lieblingswerkzeug, den Nippelspanner, vorgestellt. Da die Technik sich immer weiter entwickelt und man da Schritt halten muss, besitze ich seit gut einer Woche einen neuen Nippelspanner. Mit kleinerem Durchmesser und in Profiausführung. Dass ich kein Profi bin, habe ich aber sofort unter Beweis gestellt und einen Speichennippel am Dottore zerstört.

Abgerissener Speichennippel, unterhalb des Ventils.

Abgerissener Speichennippel, unterhalb des Ventils.

Schuld daran ist die besondere Technik der Laufräder, in diesem Fall Easton EA70 XC 29 Zoll. Leider hat der Roseversand dem Dottore keine Anleitung zu den Laufrädern beigelegt. So wurde ich erst im Internet fündig, als der Nippel schon abgerissen war. Die Besonderheit bei den Laufrädern ist die sehr geringe Anzahl an Speichen, 24 Stück sind es. Dadurch ist die Speichenspannung auf der Antriebsseite so hoch, dass die Speichen nicht gespannt werden sollten und können. Meiner Meinung nach ist das eine reine Fehlkonstruktion. Denn so müsste man mit den Speichen der Nichtantriebsseite das Rad rund bekommen. Wie das mit 12 Speichen funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Aber ich konnte diese Laufräder von Anfang an nicht leiden, schon allein weil der Freilauf geräuschlos ist und das schönste Geräusch eines Fahrrades so fehlt.

Schönes Werkzeug presst neue Lager ins Jabba.

Schönes Werkzeug presst neue Lager ins Jabba.

Erfolgreicher war meine Bastelei am Jabba. Dieses wurde in den letzten Wochen von mir generalüberholt. Und so habe ich mir den Lagerwechsel und das Wechseln der Dämpferbuchsen im Selbststudium angeeignet. Jetzt wackelt nichts mehr am Hinterbau und er funktioniert wieder so fein wie seit Jahren nicht mehr.

Glänzender Antrieb wartet auf seinen Einsatz.

Glänzender Antrieb wartet auf seinen Einsatz.

Obendrein wurden die Verschleißteile ausgetauscht und nun glänzen Antrieb und die neuen Bremsscheiben um die Wette. Nur eine Probefahrt konnten wir noch nicht unternehmen. Da warten das Jabba und ich schon sehnsüchtigst drauf.

Herzenssache im verflixten siebten Jahr

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Das Mainstage-Design 2015

Das Mainstage-Design 2015

So ziemlich genau sieben Jahre nachdem das Mainstage Musikmagazin von mir zum Valentinstag ein neues Design erhielt, gibt es jetzt wieder eine Aufhübschung. Wen auch eher unfreiwillig, so bin ich doch froh, dass die olle Mainstage endlich wieder auf einem aktuellen Stand ist. Auch technisch, denn sie liegt jetzt auf einem modernen Server. Mindestens für die nächsten sieben Jahre. Und wird bis dahin sicher mit gehaltvollen Inhalten gefüttert. Und hoffentlich zahlreich besucht.

Planetarium im Doppelpack

Unter Umständen können sich Momente wiederholen. Diesmal waren die Umstände das Konzert der Stars Ende Zwanzigzwölf und nun Anfang Zwanzigfünfzehn, jeweils im Luxor/Köln. Wieder war es ein großartiges Konzert, wieder war der Sound grottig, wieder hat es mich nach vorn vor die Bühne gezogen (diesmal bei “Take me to the riot”) und wieder fühlte sich jemand dadurch gestört. Und wieder musste ich den letzten Zug erwischen. Doch diesmal war ich schlauer. Um mich nicht wieder zwei Jahre dafür ärgern zu müssen, das Konzert nicht bis zum Ende erlebt zu haben, hatte ich in weiser Voraussicht noch mehr Tickets für diese Tour gekauft. Unterschiede zum Auftritt anno Zwanzigzwölf gab es aber auch. Es wurden neue Lieder gespielt, die erstaunlich gut ankamen und mitgesungen wurden. Und es gab eine andere Vorband, namens Children aus Berlin, ein Drittel davon sogar bekannt aus dem Stereofysh Orchestra.

Stars im Bi Nuu/Berlin (Ölgemälde)

Stars im Bi Nuu/Berlin (Ölgemälde)

Zwei Tage darauf begab ich mich nach Berlin. In großer Vorfreude, waren die Konzerte in Berlin in den letzten Monaten doch ausnahmslos großartige Momente gewesen, fest eingebrannt in meinem Gedächtnis. Und dieses Konzert machte keine Ausnahme. Keine zwei Lieder dauerte es, bis mir die innere Stimme befahl, mich direkt vor die Bühne zu begeben. Um aus nächster Nähe mitzuerleben, wie Sängerin Amy und Sänger Torquil ihre Lieder voller Inbrunst und mit einer großen Portion Theatralik darboten. All die Emotionen wurden mit einer großen Menge an Kraft und Energie freigelassen. Rausgeschleudert. Und aufgezogen von denen, die sich darauf einließen. Ganz gleich ob positive oder negative Gefühle. Ob Wut, Enttäuschung, Liebe oder Freude.

Put your hands up if you know you’re gonna lose.

Jeder Song wurde gefeiert. Die alten Hits ebenso wie die noch jungen Werke. Alles ging direkt ins Herz und entfaltete da seine Wirkung. Und am Ende war man zu Tränen gerührt. Am Ende von “No one is lost” weinte Sänger Torquil, überwältigt von den Emotionen. Und vom Anblick der feiernden Menge vor der Bühne.

Nach dem Zugabenblock, als noch immer applaudiert wurde, kam Amy zurück auf die Bühne. Um zusammen mit dem Gitarristen und mit gesanglicher Unterstützung des Publikums “My favourite book” darzubieten. Wobei, eher war es eine gemeinsame Darbietung mit dem Publikum. Ein wunderbarer und vielleicht einzigartiger Moment. Und der krönende Abschluss eines denkwürdigen Konzertes. Und im Wissen, dass es am nächsten Tag in München nicht so viel besser werde könnte, fiel die endgültige Entscheidung in Berlin zu bleiben und das Instrument-Konzert zu besuchen.

Instrumentarium im Doppelpack

Instrument im Auster Club/Berlin

Instrument im Auster Club/Berlin

Unter dem Weltrestaurant Markhalle in Berlin Kreuzberg, in welchem leckeres Essen und Bier aus dem Allgäu serviert wird, befindet sich der Auster Club. Dort fand man sich am vierten Freitag des Jahres 2015 ein, um feiner, handgemachter Musik zu lauschen. Zunächst gab es diese von einem einheimischen Musikerduo namens Pictures, dann wurde kurz umgebaut und die Band Instrument schnappte sich die bereitgestellten Instrumente. Der Einstieg mit drei aneinandergereihten Instrumentalstücken war etwas gewöhnungsbedürftig, aber gab musikalisch schnell die Richtung an. Diese vier Musiker weben einfach die feinsten Klangteppiche der Rockmusikwelt. Ich freute mich besonders darüber, nach langer Zeit endlich auch die Songs vom neuen Album live hören zu können. Von denen gab es natürlich einige auf die Ohren, aber auch alte Gassenhauer und Liebhaberstücke. Der Sound war im kleinen Club zwar nicht perfekt, aber ging trotzdem gut in den Gehörgang und mit teils sehr wilden Lichtgestaltung konnte man sich voll und ganz der Musik hingeben.

Sehr fein war dieser Auftritt in Berlin, aber noch besser wurde es am nächsten Abend in Dresden. In den altehrwürdigen Beatpol, früher Starclub, wurde zur Musiksause eingeladen. Der vergleichsweise riesige Club war recht gut besucht. Support war die einzige Band dieser Konzertwoche mit googlebarem Namen. Den im Gegensatz zu den Stars, Instrument, Children und Pictures haben sich die drei Dresdner den eindeutigen Namen Lord Gecko verpasst. Bunt gekleidet und laut lärmend enterten sie den Raum und gingen quer durchs Publikum auf die Bühne. Spaßig war das, erinnerte mich ein wenig ans Bolzerkonzert damals in Dresden mit Mitropamusik als Support. Musikalisch war es eher so Mittelklasse.

Instrument im Beatpol/Dresden

Instrument im Beatpol/Dresden

Erstklassig waren dann aber Instrument. Auf der großen Bühne mit ordentlichem Sound war es ein echter Genuss, die Songs zu hören und zu spüren. Dafür hatte sich mein spontaner Ausflug nach Dresden allemal gelohnt. Wie schön es doch war, die Dynamik in den Liedern zu erleben und dazu an der eigenen Haut spüren zu können, wie viel Herzblut und Enthusiasmus in dieser Musik steckt. Einfach Weltklasse. Zum krönenden Abschluss gab es fast schon traditionell “Dazed & Confused”. Was halt wieder einmal so verdammt großartig dargeboten wurde, dass es mir unmöglich ist, passende Worte dafür zu finden. Das muss man selbst erlebt haben.

Auch wenn nur einige Instrument-Songs mit Text versehen sind, so gibt es doch klare Aussagen und gerade in einer so gespaltenen Gesellschaft wie derzeit in Dresden war es wichtig, Stellung zu beziehen. Auch wenn die Diskussionen zum Thema Pegida nicht einfach sind.